Startseite

Posts mit dem Label Buddhismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Buddhismus werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 16. März 2014

Drei Siebe- eine Zen - Geschichte


Ganz aufgeregt kam ein Mann zu einem Weisen gerannt: „Ich muss dir etwas erzählen. Dein Freund …“
Der Weise unterbrach ihn: „Halt!“ Der Mann war überrascht.

„Hast du das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe gesiebt?“, fragte der Weise.

„Drei Siebe?“, wiederholte der Mann verwundert.

„Richtig, drei Siebe! Lass uns prüfen, ob das, was du mir erzählen willst, durch die drei Siebe passt. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Ist das wahr, was du mir erzählen willst?“

„Ich habe es selber erzählt bekommen und …“

„Na gut. Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Das zweite Sieb ist das der Güte. Wenn es nicht sicher wahr ist, was du mir erzählen möchtest, ist es wenigstens gut?“

Zögernd antwortete der Mann: „Nein, im Gegenteil …“

„Dann”, unterbrach ihn der Weise, „lass uns auch noch das dritte Sieb anwenden. Ist es wichtig und notwendig, es mir zu erzählen, was dich so aufregt?“

“Wichtig ist es nicht und notwendig auch nicht unbedingt.“

„Also mein Freund“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es lieber sein und belaste dich und mich nicht damit.”

(Zen Geschichte)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Om mani padme hung





OM MANI PADME HUM

Rede des Dalai Lama, gehalten in einem
buddhistischen Zentrum in New Jersey, USA
Es ist sehr gut, das Mantra Om mani padme hum zu rezitieren. Während Sie das tun, sollten Sie aber über seine Bedeutung nachdenken, denn der Sinn dieser sechs Silben ist groß und unausschöpflich. Die erste, Om, ist aus drei Buchstaben zusammengesetzt, nämlich A, U und M. Sie symbolisieren den unreinen Körper, die unreine Rede und das unreine Bewußtsein des Übenden. Gleichzeitig symbolisieren sie aber auch den reinen erhöhten Körper, die reine Rede und das reine Bewußtsein eines Buddha.

Können unreiner Körper, Rede, und Bewußtsein in reinen Körper, Rede und Bewußtsein verwandelt werden, oder sind beide völlig voneinander getrennt? Alle Buddhas sind Beispiele, in denen Wesen wie wir selbst auf dem Weg schließlich zur Erleuchtung gelangt sind. Der Buddhismus behauptet nicht, daß es irgendjemand gäbe, der von Anfang an frei von Fehlern wäre und alle guten Qualitäten besäße. Die Entwicklung eines reinen Körpers, reiner Rede und reinen Bewußtseins geschieht dadurch, daß Schritt für Schritt die unreinen Zustände überwunden und in die reinen transformiert werden.

Wie ist das zu tun? Der Weg dorthin wird in den nächsten vier Silben angedeutet. Mani - das heißt Juwel - symbolisiert die Faktoren der Methode: die uneigennützige Intention, nach Erleuchtung zu streben, heilende Hinwendung und Liebe. Geradeso wie ein Juwel in der Lage ist, die Armut zu vertreiben, kann der uneigennützige Erleuchtungsgeist die Armut oder Schwierigkeiten des Kreislaufs der Wiedergeburten und des nur in Einsamkeit erzielten Friedens beseitigen. Ebenso wie ein Juwel die Wünsche der Lebewesen erfüllen kann, erfüllt der uneigennützige Erleuchtungsgeist die Wünsche der Lebewesen.

Die zwei Silben padme - das heißt Lotus - symbolisieren Weisheit. Gerade wie der Lotus aus dem Schlamm emporwächst, ohne daß seine Schönheit von dem Schmutz getrübt würde, so kann uns Weisheit in einen widerspruchsfreien Seinszustand versetzen, während wir in tiefe Widersprüche verstrickt blieben, wenn wir diese Weisheit nicht hätten. Es gibt Weisheit, welche die Vergänglichkeit aller Dinge erkennt, Weisheit, die erkennt, daß Personen leer sind in Bezug auf Selbstgenügen oder substantielle Existenz, Weisheit, dieLeere in Bezug auf Dualität erkennt, d.h. Leere in Bezug auf den ontischen Unterschied zwischen Subjekt und Objekt, und Weisheit, die Leere in Bezug auf inhärente Existenz erfährt. Obwohl es also verschiedene Arten von Weisheit gibt, ist unter diesen Weisheit, die Leere erfährt, die wesentliche.

Vollkommene Reinheit muß durch die unteilbare Einheit vom Methode und Weisheit erzielt werden, die in der letzten Silbe hum - sie bedeutet Unteilbarkeit - symbolisiert wird. Im Sutra-System bezieht sich die Unteilbarkeit vom Methode und Weisheit auf Weisheit, die durch Methode, und Methode, die durch Weisheit beeinflußt ist. Im Mantra- oder Tantra-Fahrzeug bezieht sie sich auf ein Bewußtsein, in welchem die volle Form von Weisheit und Methode als einer unteilbaren Wesenheit gegeben ist. Im System der Wurzelsilben für die fünf Sieger-Buddhas ist hum die Wurzelsilbe des Aksobhya - des Unbeweglichen, Unveränderlichen, der durch nichts gestört werden kann.

So bedeuten die sechs Silben om mani padme hum, daß man in Abhängigkeit von der Praxis des Weges, der eine unteilbare Einheit von Methode und Weisheit ist, den eigenen unreinen Körper, unreine Rede und unreines Bewußtsein in den reinen erhöhten Körper, reine Rede und reines Beuwßtsein eines Buddha verwandeln kann. Es heißt, daß man nach Buddhaschaft nicht außerhalb seiner selbst suchen solle, denn die Grundbedingungen für die Erlangung der Buddhaschaft liegen in uns. Wie Maitreya in seiner Höheren Wissenschaft des Großen Fahrzeugs (Uttaratantra) sagt, haben alle Wesen die Buddha-Natur in ihrem eigenen Bewußtseinskontinuum. Wir tragen den Samen der Reinheit, des Wesens des So-Gegangenen (Tathagatagarbha), das verwandelt und zu voller Buddhaschaft entwickelt werden muß, in uns.






Montag, 12. Dezember 2011

°Tantra Weisheit und Mitgefühl in vollendeter Form - Geshe Thubten Ngawang


... ein kleiner Exkurs in einige Grundlagen des Tibetischen Tantra...






Die Motivation für das Tantra ist vollkommen altruistisch; es geht nicht darum, dass der Übende selbst einen kürzeren oder leichteren Pfad haben möchte. Sein Bedürfnis, schnell Verwirklichungen zu erlangen, entsteht nur mit Rücksicht auf die anderen.
Das Mitgefühl ist im tantrischen Fahrzeug noch stärker ausgeprägt als im Vollkommenheitsfahrzeug. Die Übenden machen sich klar, dass jede Stunde, jede Minute, um die sie die Buddhaschaft früher erreichen können, für bestimmte Lebewesen von großem Nutzen ist und deren Leid verkürzt. Je eher jemand spontan und mühelos zum Wohle der anderen genau das tun kann, was angebracht ist, um so besser ist es für die Lebewesen. Auf Grund dieser Überlegungen entsteht eine noch größere Dringlichkeit, ein noch stärkerer Wunsch nach der Buddhaschaft. Für Menschen, die diese starke Geisteskraft besitzen, hat Buddha Shakyamuni den schnellen Pfad des Tantra gelehrt, der Mittel enthält, sehr schnell Fortschritte zu machen.
°°°

Bei der Praxis des Tantra gilt ein Prinzip, das wir auch aus dem Vollkommenheitsfahrzeug kennen, nämlich, dass wir einen Pfad der Weisheit auf der Grundlage von Mitgefühl üben. Dies ist die Essenz des gesamten buddhistischen Pfades. Wir sprechen auch von der Erkenntnis der Leerheit, die die Essenz des Mitgefühls als Grundlage hat. Im Vollkommenheitsfahrzeug bedeutet dies, dass sich Methode und Weisheit als zwei Aspekte des Pfades gegenseitig positiv beeinflussen, aber substanziell getrennt sind. Wenn man den Aspekt der Methode auf dem Pfad übt - wie Freigebigkeit, Geduld usw. -, dann unterstützt dies die Erkenntnis der Leerheit, der eigentlichen Natur aller Phänomene. Auf der anderen Seite fördert das Verständnis der Leerheit die altruistischen Handlungen. Aber Weisheit und Methode werden voneinander getrennt praktiziert.
°°°

Auf der Grundlage der Initiation, der Gelübde und der Sadhanas, die man praktiziert, beseitigt man Schritt für Schritt die groben und subtilen Hindernisse des Geistes, um dann die höchsten Verwirklichungen zu erlangen, was gleichbedeutend mit der Buddhaschaft ist. Das ist das Ziel im Tantrayana und auch im Vollkommenheitsfahrzeug. Der Unterschied besteht u.a. darin, dass das Ziel im tantrischen Fahrzeug schneller, aber auch schwieriger zu erreichen ist.


Außerhalb der Meditationssitzung ist es von größter Wichtigkeit, die verschiedensten Handlungen zum Wohle der Wesen auszuführen. In den Erklärungen für Bodhisattvas, zum Beispiel über die Praxis von ethischer Disziplin, werden verschiedene Arten solcher Handlungen aufgezählt: Es gilt, Armen zu helfen, für Kranke zu sorgen oder auch interessierten Menschen die Methoden der Geistesschulung zu vermitteln.
Im tantrischen Buddhismus werden vier Arten von Aktivitäten herausgestellt: Es sind die befriedenden, die ausweitenden, die machtvollen und die zornvollen Aktivitäten. Für uns sind im Moment die befriedenden und die ausweitenden Aktivitäten innerhalb der vier Aktivitäten am wichtigsten.


Auch werden im Tantra Mittel und Rituale aufgezeigt, um den Wohlstand in einem Land zu vermehren, indem man Freigebigkeit stärkt und Freigebigkeitsrituale ausführt. Man meditiert auch über spezielle Gottheiten, die einem bei der Erfüllung dieser Ziele helfen.
Unter machtvollen Aktivitäten ist hauptsächlich zu verstehen, dass man Tugenden wie Freigebigkeit, Ethik, Geduld, Tatkraft, Konzentration und Weisheit anwach-sen lässt. Der Übende erlangt immer mehr Fähigkeiten darin, die Fehler des Geistes, vor allem die Grundübel Hass, Gier und Unwissenheit, zu überwinden und Macht darüber zu gewinnen. Innerhalb der machtvollen Aktivitäten gibt es eine besondere Art, die sogenannte zornvolle Aktivität. In diesem



Die Praxis, Begierde in den Pfad zu integrieren, ist wohl der subtilste Teil der tantrischen Praxis und sehr, sehr schwierig. Alle buddhistischen Fahrzeuge sehen Begierde als eine Wurzelleidenschaft an, die unbedingt überwunden werden muss. Die Methoden zur Überwindung können sich jedoch unterscheiden. Im Tantra geht es darum, die Begierde zu nutzen und dadurch gewissermaßen unschädlich zu machen.
Bei gewöhnlichen Menschen ist Begierde schnell entflammt: Sobald wir etwas Schönes sehen, sei es eine Blume, eine Person oder ein anderes Objekt, das wir attraktiv finden, übertreiben wir die Eigenschaften dieses Gegenstandes. Dadurch gerät unser Geist in einen Zustand der Aufregung und Anhaftung. Dieser Geisteszustand bildet die Grundlage für viele Leiden, die wir später erleben werden. Gelingt es einem Übenden, in dem Moment, in dem er Freude an etwas empfindet, den Geist so zu disziplinieren, dass er die Vier Siegel der buddhistischen Lehre erkennt, dann kann er sich erfreuen, ohne unter die Macht der Begierde zu geraten.


Die Vier Siegel sind:
1. alles Befleckte ist leidhaft
2. alles, was geschaffen wurde, ist unbeständig
3. alle Phänomene sind leer und ohne Selbst
4. Nirvana ist Frieden



Die Erkenntnis der Leerheit ist Grundlage dafür, Begierde in den Pfad zu nehmen. Die Freude bleibt, ohne dass der Geist in Verwirrung gerät. Die Freude wird benutzt, um über die Leerheit zu meditieren. Das ist die Vorgehensweise im Tantra, und sie ist eine sehr fortgeschrittene Praxis. Auf unserer Ebene gilt: Wir sollten Techniken der Geistesschulung anwenden, so dass das Erleben von Freude uns nicht Ursachen für zukünftiges Leiden schafft; wir sollten anstreben, dass die Begierde uns nicht schadet. In dem Moment, in dem wir einem attraktiven Objekt begegnen, sollten wir erkennen, dass eine angenehme Empfindung entsteht und diese mit der Erkenntnis verbinden, dass das begehrte Objekt ganz und gar unbeständig und leidhaft ist und auf lange Sicht keinerlei Glück in sich birgt. Wer sich so übt und diese Erkenntnisse in jedem Moment präsent hat, kann damit anfangen, Begierde in den Pfad zu nehmen. In jedem Moment die Einsicht in die Leerheit hervorzubringen, wie es im Tantra geübt wird, ist für uns im Moment sehr schwierig.
Der beste religiöse Praktizierende ist der, der im gleichen Moment, in dem eine Leidenschaft auftritt, sofort das Gegenmittel parat hat. Sobald die Begierde auch nur im Ansatz entsteht, setzt er ihr sofort die Gedanken der Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und vielleicht sogar der Leerheit entgegen. Lodern Gefühle von Hass und Ärger auf, entwickelt er sofort Mitgefühl und Geduld.
°°°
Geshe Thubten Ngawang


°Tantra Weisheit und Mitgefühl in vollendeter Form°

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Fünf Lichter Meditation - Der Medizinbuddha - Sangye Menla



Fünf Lichter Meditation - Der Medizinbuddha - Sangye Menla



1- Körperhaltung :

Wir halten unseren Körper gerade und entspannt. Die Schneidersitz oder Lotus-Position ist nicht unbedingt erforderlich; man kann ebenso auf einem Stuhl oder einem Hocker sitzen. Die korrekte Körperhaltung während des Meditierens ermöglicht, dass die der Fünf Elemente zu eigene Energie sich in den Zentralkanal hineinbewegt und dadurch eine natürliche Geistesruhe entsteht. In manchen Traditionen wird sogar behauptet, dass allein die korrekte Körperhaltung zu Erleuchtung führen kann!

Es gibt beim Meditieren 5 wichtige Punkte zu beachten:
1a-Den Körper aufrecht halten und entspannen.
Dadurch fließt die Energie des Erde Elements in den Zentralkanal hinein.

1b- Rechte Hand in die linke Handfläche legen und unter dem Bauchnabel positionieren.
Dadurch fließt die Energie des Wasser Elements in den Zentralkanal hinein.

1c- Das Kinn leicht einziehen und die Halswirbel strecken.
Dadurch fließt die Energie des Feuer Elements in den Zentralkanal hinein.

1d- Den Atem auf natürliche Weise kommen und gehen lassen.
Dadurch fließt die Energie des Wind Elements in den Zentralkanal hinein.

1e- Die Augen acht Fingerbreit vor der Nase auf einen Punkt richten.
Dadurch stabilisiert sich der Geist.

Wir achten auf unsere Position, bleiben entspannt und spüren das Kommen und Gehen des Atems an unserer Nasenspitze. Wir lassen die Gedanken vorbeiziehen und den Geist in sich selbst ruhen. Ebenso wie schlammhaltiges Wasser sich klärt wenn man es nicht bewegt, zeigt sich die unbefleckte Natur des Geistes wenn Anhaftung und Verneinung nicht vorhanden sind.
2- Die Vier Grundlegenden Gedanken die uns für die Meditation motivieren

Wir nützen die Stille des Geistes um über vier wichtige Punkte zu reflektieren. Diese Vier Gedanken sind das Fundament der buddhistischen Lehre und werden als Basis Meditation empfohlen um dem Geist eine Ausrichtung zu geben. Wir begegnen hier einer reflektierenden Form des Meditierens, die sich mit Geistesruhe Meditation (Shine, Vipassana) ergänzt. Das Reflektieren über diese Vier Grundgedanken führt zu sofortiger Beharrlichkeit und wird deshalb am Anfang jeder Meditation geübt. 
Erster Gedanke:
2a- Der Kostbare Menschenkörper
Wir haben eine außergewöhnliche Gelegenheit die wahre Natur unseres Geistes zu erkennen, indem wir einen gesunden Menschenkörper besitzen und in einem Land und zu einer Zeit geboren sind , wo geistige Freiheit herrscht. Ohne dies hätte der Geist zusätzliche Schwierigkeiten seine Vollkommenheit zu erfahren.

Über folgenden Gedanken sollten wir kurz reflektieren:
Mögen alle Lebewesen die Kostbarkeit ihres Menschenkörpers erkennen und
diesen zum Wohl anderer und für sich selbst nutzen.
Zweiter Gedanke:

2b- Karma: Ursache und Wirkung
Positive Handlungen mit Körper, Rede und Geist tragen positive Früchte. Negative Handlungen bewirken das Gegenteil. Erkenntnis der wahren Natur unseres Geistes ist nicht zu trennen von einer Ansammlung an Verdienst.
Unsere Verhaltensweisen mit Körper, Rede und Geist beeinträchtigen nicht nur unsere Zukunft sondern auch unsere Wahrnehmungsfähigkeit. Dadurch ist rechtes Verhalten unabdingbar um die zeitlosen Früchte der Meditation genießen zu können.
Auf diesen zweiten Gedanken sollten wir meditieren:
Mögen alle Lebewesen positive Handlungen mit Körper, Rede und Geist ausführen und
in dem Nicht-Handeln der Soheit verweilen.
Dritter Gedanke:

2c- Vergänglichkeit und Tod
Alle Erscheinungen einschließlich unseres Menschenkörpers unterliegen in dieser bedingten Welt dem Gesetz der Veränderung.
Die Vergänglichkeit ist überall zu sehen und der Zeitpunkt des Todes ist ungewiss. Deshalb sollten wir mit dem Meditieren nicht warten sondern jeden Moment nutzen um die Natur unseres Geistes zu erkennen und dadurch den Wesen besser helfen zu können.

Auf diesen dritten Gedanken sollten wir meditieren:
Mögen sich alle Lebewesen der Vergänglichkeit bewusst werden und beharrlich praktizieren um die ungeborene Natur des Geistes zu erfahren.
Vierter Gedanke:

2d- Das Leid in Samsara
Alle Wesen ohne Ausnahme leiden. Sie leiden weil sie nicht bekommen was sie sich wünschen oder haben Angst zu verlieren was sie bereits besitzen, vor allem den eigenen Körper. Die tiefste Ursache des Leids bleibt jedoch die Ich-Haftigkeit. Ein Zustand der Trennung, indem der Geist aufgrund seiner Verliebtheit in unzähligen Erscheinungen nach Identitätswerten sucht und sich dabei selbst verliert. Dies zu Erkennen ist wahre Befreiung.
Auf diesen vierten Gedanken sollten wir meditieren:
Mögen alle Lebewesen das Leid der bedingten Welt erkennen und die Ich-Haftigkeit als Ursache des Leidens beseitigen.
3-Zuflucht
Nachdem wir kurz über diese Vier Grundgedanken meditiert haben, lassen wir den Geist wieder in sich selbst ruhen.

Aus der Offenheit des Raumes verdichtet sich vor uns die Essenz der Zuflucht in der Form des Medizinbuddhas und seinem Mandala.

Sein Körper ist lapislazuliblau, durchsichtig,
strahlend und perfekt aus Licht und Segen geformt.
Er sitzt inmitten einer makellosen Lotusblüte, auf einer Mondscheibe
in der Lotushaltung auf einem Thron von acht Schneelöwen gestützt.
In seiner rechten Hand hält er zwischen Zeigefinger und Daumen
in der Geste des Gebens die Aroura Pflanze, welche
alle 404 Grundkrankheiten aufgrund von Unwissenheit, Begierde
und Hass heilen kann.
In seiner linken Hand befindet sich auf seinem Schoß
in der Geste des meditativen Gleichgewichts
eine Bettelschale mit Langlebens-Nektar gefüllt.
Er trägt die drei Dharma-Roben und sein Körper besitzt alle
perfekten Merkmale eines Buddhas.
Er ist eine Verkörperung der Heilkraft des Raumes
die zum Wohl der Wesen ständig wirkt.
Sein Ansehen erweckt in uns eine natürliche Hingabe
und wir wünschen uns zutiefst, ebenfalls einen solchen zeitlosen und makellosen Zustand zu verwirklichen um dadurch die Wesen von Leid befreien zu können.
Um Ihn herum befinden sich die sieben Brüder der Medizin, die sechzehn Boddhisattvas und Schutzgottheiten.
Dieses Mandala voller Pracht und Segen schaut in unsere Richtung.

Wir schauen in die Richtung des Mandalas. Unser Vater, unsere Mutter und ausnahmslos alle Lebewesen sind anwesend.
Wir richten unsere Aufmerksamkeit auf Medizinbuddha, falten unsere Hände auf Höhe des Herzens und wiederholen dreimal den Zufluchtstext:

3a-Wir nehmen zuerst Zuflucht in die Offenheit des Geistes (Buddha), die nicht eine Nicht-heit ist, sondern ein zeitloses Potential aus dem alles entstehen und sich entfalten kann. Dieses Potential hat weder Anfang noch Ende, wurde nicht geboren und kann deshalb auch nicht vergehen.
In die Offenheit des Geistes (Buddha) nehmen wir Zuflucht

3b-Wir nehmen Zuflucht in die Klarheit des Geistes (Dharma), in alle geschickten Mittel die seit anfangsloser Zeit von verwirklichten Meistern weitergegeben wurden um Erkenntnis der wahren Natur des Geistes zu ermöglichen.
In die Klarheit des Geistes (Dharma) nehmen wir Zuflucht
3c-Wir nehmen Zuflucht in die Unbegrenztheit (Sangha) des Geistes, in all jene die aufgrund ihres Bemühens jenseits des Leids gegangen sind, die Natur des Geistes erkannt haben und dadurch als makellose Wegbegleiter betrachtet werden können.
In die Unbegrenztheit des Geistes nehmen wir Zuflucht
3d-Wir nehmen Zuflucht in die zeitlosen Ikonen des Geistes (Yidam), die dazu dienen, das Ungeborene Klare Licht durch geschickte Mittel zu erkennen.
In die zeitlosen Ikonen und geschickten Mittel des Geistes nehmen wir Zuflucht
3e-Wir nehmen Zuflucht in alle Beschützenden Kräfte des Raumes (Yeshe Gönpo), welche uns die drei Arten von Schutz gewähren können.
In die Aktivitäten und Beschützenden Kräfte des Geistes nehmen wir Zuflucht
3f-Wir nehmen vor allem Zuflucht in denjenigen der alles in sich vereinigt, unseren geliebten und verwirklichten Meister auf dem Weg.

Sein Geist verweilt in der Offenheit des Raumes, seine Rede vermittelt die kostbare Lehre um den Geist zu erkennen, seine Präsenz ist die Offenbarung der Unbegrenztheit des Raumes, die sich zum Wohl der Wesen auf unaufhörliche Weise verdichtet. Sein Körper ist der zeitlose Archetyp des Raumes, auf den die Wesen meditieren können, um die Natur ihres Geistes zu erkennen. Sein Segen gewährt Schutz gegen plötzlichen Tod durch Unfälle, Krankheiten und vor allen Störungen während der Meditation.

In den Lehrer, der alles in sich vereinigt, unseren wahren Freund auf dem Weg nehmen wir Zuflucht

Möge ich fähig sein, dem Boddhisattva Pfad zu folgen und alle Lebewesen zu Glück und zu Befreiung führen

Nachdem wir dieses Gebet dreimal rezitiert haben, lassen wir den Geist wieder in sich selbst ruhen, frei von Festhalten und Verneinen.
4-Die Aufbauende Phase der Meditation

Wir lassen den Geist in sich selbst ruhen und genießen diesen gegenwärtigen Augenblick des ruhigen Verweilens in dem was ist, frei von Festhalten und Verneinen.
Dann rezitieren wir das Leerheit Mantra:

OM SOBHAVA SHUDDHA SARWA DHARMA SOBHAVA SHUDDO HANG

Mit diesem Mantra werden sowohl die Phänomene als auch jegliches Festhalten an einem Ich gereinigt.
Alles um uns herum löst sich nach und nach in Licht auf. Die Festigkeit der Phänomene lässt langsam nach bis sich die unbefleckte der Phänomene innewohnende Natur offenbart.

In einem Augenblick wird alles offen und klar, so wie die Weite des Himmels selbst.

In dieser Offenheit, die nicht ein Nichts bedeutet, verdichtet sich die wahre Natur unseres Geistes, in der Form des Medizinbuddhas – Sangye Menla, der Heilkraft des Raumes.
Sein Körper ist lapislazuliblau, durchsichtig,
strahlend und perfekt aus Licht und Segen geformt.
Er sitzt inmitten einer makellosen Lotusblüte, auf einer Mondscheibe
in der Lotushaltung auf einem Thron von acht Schneelöwen gestützt.
In seiner rechten Hand hält er zwischen Zeigefinger und Daumen
in der Geste des Gebens die Aroura Pflanze, welche
alle 404 Grundkrankheiten aufgrund von Unwissenheit, Begierde
und Hass heilen kann.
In seiner linken Hand befindet sich auf seinem Schoß in der Geste des meditativen Gleichgewichts eine Bettelschale mit Langlebens-Nektar gefüllt.
Er trägt die drei Dharma-Roben und sein Körper besitzt alle
perfekten Merkmale eines Buddhas.
Er ist eine Verkörperung der Heilkraft des Raumes
die zum Wohl der Wesen ständig wirkt.
Sein Ansehen erweckt in uns eine natürliche Hingabe
und wir wünschen uns zutiefst, ebenfalls einen solchen zeitlosen und makellosen Zustand zu verwirklichen um dadurch die Wesen von Leid befreien zu können.

Und wir beten zu Ihm in folgender Weise:
Du, der du die Vollkommenheit des Heilens verkörperst, dich bitten wir,
gewähre Deinen Segen, damit die fünf Elemente in ihr makelloses
Gleichgewicht zurückfinden. Bitte reinige Körper, Rede und Geist aller Lebewesen
und all das Negative das jemals Begangen wurde. Helfe uns dabei,
das ungeborene Klare Licht des Geistes zu erkennen,
damit wir fähig werden, die Wesen von Leid zu befreien.

Nachdem wir so gebeten haben,
kommt der Medizinbuddha immer näher an uns heran,
bis Er direkt vor uns im Raum verweilt.

Wir können Sein Kraftfeld von Licht und Segen
deutlich spüren, vor allem Sein fünffarbiges Licht das unseren Körper durchflutet
und jegliche Krankheiten und Verzweiflungen beseitigt.

4a-Aus Seiner Stirn strahlt ein weißes Licht in unsere Stirn hinein.
Es fließt zwischen den Augenbrauen in unsere Stirn
und füllt unseren Körper ganz auf.
Wir nehmen das Licht auf entspannte weise in uns auf
und spüren wie es in unseren Körper hineinfließt
und jegliche Körperteile erreicht und reinigt.
Es reinigt alles Negative, was jemals durch
unsere Form verursacht wurde, reinigt die Verblendung des Geistes
und lässt die Weisheit des Raumes (Dharmadatu) sich spontan entfalten.
Durch den Segen des weißen Lichtes werden zusätzlich
die subtileren Kanäle des Herzens von Schleim gereinigt
und dadurch Klarheit gefördert.
Wir lassen uns von dem Licht durchdringen
und nehmen gleichzeitig die Schwingung OM in unserm Kopf wahr.

Gelassen nehmen wir Licht und Schwingung in uns auf
und spüren wie sich durch den Segen des Lichtes und Mantras die
Offenheit und Grenzenlosigkeit des Raumes mühelos entfaltet.

4b-Aus der Kehle des Medizinbuddhas
strahlt ein rotes Licht in unsere Kehle hinein
und füllt unser Sprachzentrum ganz auf.
Es reinigt unsere Rede und entfernt alles
Negative das jemals von uns gesagt wurde.
Es reinigt vor allem Anhaftung und Begierde
und lässt die Weisheit der Unterscheidung sich entfalten.
Durch den Segen des roten Lichtes
welches unseren Körper durchflutet
werden Kälte Krankheiten beseitigt.
Wir nehmen das Licht in uns auf
und spüren wie unser Sprachzentrum zu
einem Werkzeug wird, um den Wesen zu helfen.
Gleichzeitig hören wir die Schwingung AH in
unserer Kehle vibrieren.

Gelassen nehmen wir Licht und Schwingung in uns auf
und spüren, wie sich Geistes-Bewusstsein und Konzepte
durch den Segen des Lichtes und Mantras in
Einsicht über die Leerheit der Phänomene
entfalten.

4c-Aus dem Herzen des Medizinbuddhas vor uns
strahlt ein blaues Licht in unser
Herzzentrum hinein und füllt unsere
Herzgegend ganz auf.
Durch den Segen des blauen Lichtes werden
Aggressionsmuster gereinigt
und die Spiegelgleiche Weisheit kann sich spontan entfalten.
Wir nehmen das Licht in uns auf und spüren wie
es unser Herz erfüllt und sich anschließend überall verteilt.
Durch den Segen und die Kraft des blauen Lichtes werden Hitze Toxine und
Abfallprodukte unseres mentalen Bewusstseins gereinigt und wir hören
gleichzeitig die Schwingung HUM in der Mitte unseres Brustkorbs vibrieren.

Gelassen nehmen wir Licht und Schwingung in uns auf
und spüren wie Bewusstsein durch den Segen des Lichtes und Mantras sich
in Bewusstheit wandelt und die Phänomene makellos reflektiert.

4d-Aus dem Bauchnabel des Medizinbuddhas
strahlt ein goldenes Licht in unseren Bauchnabel hinein.
Es durchdringt unsere Bauchgegend, verteilt sich im ganzen Körper
und entfernt vor allem Eitelkeit und Stolz.
Dadurch kann sich die Weisheit der Gleichheit spontan entfalten.
Durch den Segen des goldenen Lichtes, werden zähflüssige Schleim Ablagerungen und Verhärtungen beseitigt.
Gleichzeitig hören wir die Schwingung SO in unserer Bauchnabelgegend vibrieren.

Gelassen nehmen wir Licht und Schwingung gleichzeitig in uns auf
und spüren, wie die Trennung zwischen Samsara und Nirvana, einem Selbst
und anderen, Sein und nicht-Sein durch den Segen des Lichtes und Mantras
aufgehoben wird.

4e-Aus der Geheimstelle des Medizinbuddhas
strahlt ein grünes Licht in unser Geheimzentrum hinein.
Es dringt in uns, verteilt sich in unserem ganzen Körper,
reinigt Eifersucht und Neid und lässt
die Vollendende Weisheit sicht entfalten.
Durch den Segen des grünen Lichts werden Feuchte Hitze Ansammlung
und Innerer Wind aus Angst beseitigt.
Gleichzeitig hören wir die Schwingung HA in unserer
Geheimstelle vibrieren.

Gelassen nehmen wir Licht und Schwingung in uns auf und
spüren unsere Bereitschaft, die Wesen in unaufhörlicher Weise
durch Emanationen und geschickte Mittel von Leid zu befreien.

Nachdem jedes einzelne Zentrum von Licht und Schwingung
gesegnet wurde, werden nun alle Fünf Lichter gleichzeitig
aufgenommen, weiß, rot, blau, gelb, grün und wir
hören mit Abwechslung die fünf Mantras in uns
vibrieren: OM-AH-HUM-SO-HA
Dadurch erlangen wir Vollkommenheit
und verwirklichen alle fünf Weisheiten.

Wir verweilen in diesem Zustand so lange wie möglich
und nehmen auf gelassene Weise den Segen in uns auf.
Der Medizinbuddha vor uns repräsentiert die Vereinigung von Leerheit und Glückseligkeit
und ist von wundervollem Regenbogenlicht umgeben.
Wir rezitieren das Mantra des Medizinbuddhas so lange wie uns möglich:
TEYATA OM BEKANZE BEKANZE MAHA BEKANZE RADZA SA MOUG GATE SOHA
Während der Rezitation des Mantras werden die Lichter entweder einzeln oder gemeinsam in die entsprechenden Chakren aufgenommen. Das Mantra kann auf drei unterschiedliche Weisen rezitiert werden: laut, leise oder nur mental. Jede Silbe sollte aber deutlich ausgesprochen werden.

5-Die Verschmelzungsphase der Meditation

Nachdem wir so voll Achtsamkeit und Gelassenheit meditiert haben,
löst sich die Form des Medizinbuddhas vor uns in
Licht auf. Diese wundervollen und unzähligen fünf-farbigen
Regenbogenlichter fallen durch die Öffnung am Scheitel unseres Kopfes in uns
hinein und füllen unseren Körper ganz auf.
Wir spüren wie diese Lichtstrahlen unseren Körper ganz auffüllen
und einen Zustand von Ich-losigkeit und Glückseligkeit erzeugen.

Wahrheit innen und außen sind jetzt untrennbar voneinander geworden
und wir verweilen in diesem perfekten Zustand, indem es keine
Trennung mehr gibt und der Geist sicht selbst begegnen kann.
Ein Dasein ohne Betrachter!

6-Die Auferstehungsphase

Wie früh morgens kurz vor dem vollständigen Aufwachen
verdichtet sich langsam wieder eine Welt um uns herum.
Durch den Segen der Meditation - oder der
Vollkommenheit die wir erlangt haben - erscheinen wir selbst
in der Form des Medizinbuddhas.
Die Welt um uns herum ist zu seinem reinen Mandala geworden und alle Wesen
sind wie Buddhas und Boddhisattvas: rein, perfekt und makellos.
Laute und Geräusche werden als Mantras, Gebete und kostbare
Belehrungen empfunden und alle Gedanken
sind zum Spiel der Fünf Weisheiten geworden.
Wir versuchen in diesem Zustand zu verweilen so lange es uns möglich ist.
7-Verdienste der Meditation teilen

Anschließend wünschen wir:
Möge all das Gute, dass durch diese Meditation angehäuft wurde,
nicht nur bei uns bleiben, sondern grenzenlos werden
und alle Wesen (sichtbare wie unsichtbare) zu Glück und zu Befreiung führen.

Wir denken vor allem an unsere Eltern, Geschwister, Kinder, Freunde und
Kranke die unsere Hilfe benötigen.
Wir halten diese reine Vorstellung aufrecht, auch wenn wir wieder Arbeiten gehen.

8-Zusätzliche Erläuterungen zu dieser Meditation

Wir sollten unsere Meditation niemals beurteilen, sondern die Sitzungen so akzeptieren wie sie sind. Die Lichter müssen nicht krampfhaft visualisiert werden, sondern sollten wie Sonnenstrahlen in einem Zustand höchster Gelassenheit aufgenommen werden. Das Mantra wird mit den Lichtern gemeinsam wahrgenommen und rezitiert. Es ist vor allem wichtig zu spüren, wie das Licht die Chakren segnet, die Elemente wieder in ein Gleichgewicht bringt und sich anschließend im Körper verteilt. Nachdem die Lichter lange genug aufgenommen wurden und das Mantra vielmals rezitiert wurde, lösen sich die Form und die Attribute des Medizinbuddhas in uns auf. Die Lichter fließen durch unsere Scheitelöffnung in uns hinein und füllen unseren Körper ganz auf. In diesem Zustand von Untrennbarkeit zu verweilen ist von großer Bedeutung, da sich in diesem Moment der Geist selbst erkennt. Das Aufwachen aus diesem „ Zustand “ - was eigentlich kein solcher ist da es keinen Betrachter mehr geben sollte -, ist mit dem Aufwachen früh morgens zu vergleichen wo sich langsam eine Welt von Geräuschen, Gerüchen und Empfindungen um uns herum verdichtet. Vergleichbar einer Wiedergeburt, mit dem Unterschied, dass der Geist sich selbst erkannt hat und nun die Phänomene nicht mehr als Identitätswerte benötigt. Falls die Soheit aller Dinge nicht erkannt wurde, werden wir künstlich versuchen die Welt mit den Augen eines Buddhas zu sehen bzw. versuchen, die Untrennbarkeit von absoluter und relativer Wahrheit zu erkennen. Die „Filme“ werden einfach ausgetauscht und anstatt einem Film mit Vergänglichkeit und Schmerzen projektieren wir einen Film der Glückseligkeit, in der Hoffnung, dass eines Tages der Geist so sehr überzeugt ist, dass er sich dadurch selbst erkennt.

Diese Meditation wurde aufgrund von Mitgefühl geübt und sollte deshalb immer mit einem Widmungsgebet abgeschlossen werden. Wir sollten ganz besonders an unsere Eltern und Verwandten denken. Mit der Zeit kann sich der Kreis unseres Mitgefühls ausdehnen und alle Lebewesen erreichen - vor allem auch unsere Patienten, die Hilfe benötigen. Es ist üblich diese Vorstellung bereits bei der Zufluchtnahme zu haben. Alle Lebewesen sind anwesend und schauen in Richtung des Zufluchtbaumes oder des Medizinbuddhas. Vater, Mutter und alle Lebewesen sind anwesend.
Diese Meditation wurde zum Wohlergehen aller fühlenden Wesen geübt und mit Mitgefühl abgeschlossen. Auf diese traditionelle Weise schließen wir die Praxis ab. Man kann diese Meditation überall ausführen und benötigt weder einen Altar noch außergewöhnliche Gegenstände. „Mikromeditationen“ sind für westliche Geister wichtiger als zu lange Sitzungen. Ich empfehle jedem, bei jeder Gelegenheit den Medizinbuddha zu visualisieren und die Lichter aufzunehmen. Dieser Text dient nur als Hilfsmittel und muss nicht immer gelesen werden. Die Visualisation und vor allem die Hingabe in die ungeborene Heilkraft des Raumes bilden die Essenz und den Segen.

Ich habe diesen Text auf Bitten zahlreicher Schüler verfasst.
Möge der Inhalt hilfreich sein und der Segen des Medizinbuddhas Gesundheit schenken und ganz besonders jenen die mit Hingabe üben, Erkenntnis in die Natur des Geistes offenbaren!

Claude Diolosa, la Boria del Cheyrou, 27.11.2004
 

Dammapada (Buddha)



Vorwort zum Dammapada

Unter den fünf großen Sammlungen oder Nikáyas, die in ihrer Gesamtheit das Suttapitaka, den "Korb der Lehrsätze", bilden, steht der Khuddaka-Nikáya, die "Sammlung der kurzen Texte", an letzter Stelle; in ihm aber befinden sich gerade die ältesten Stücke der buddhistischen Überlieferung, und zu diesen gehören DHAMMAPADA, UDÁNA, SUTTA-NIPÁTA und THERAGÁTHÁ.

Das DHAMMAPADA, eine der volkstümlichsten unter allen kanonischen Schriften der Buddhisten, ist eine lose Sammlung von Sprüchen in Versen, mit denen Buddha und seine Jünger, besonders wenn sie zu Laien sprachen, ihre Lehrreden ausschmückten. Einige Verse sind deutlich als Worte Buddhas zu erkennen, manche andere können nicht von ihm, sondern nur von seinen Jüngern gesprochen sein; mehrere stehen auch in den THERA-GÁTHÁ und an anderen Stellen des Kanons, und dort sind die Verfasser genannt. Bei den meisten ist es zweifelhaft, aber auch gleichgültig, wer der Verfasser ist.

Die Form der Sprüche ist meist der Doppelvers, der aus je 16 Silben besteht (Sloka), ausnahmsweise sind es drei oder vier Verszeilen oder vier elfsilbige Verse. Sie sind, wie die Verse 44 und 45 bezeugen, lose zusammengebündelt, wie man Blumen zu einem Strauß bindet, geordnet nach Stichworten oder anderen äußeren Merkmalen, weniger nach dem Inhalt. Wie in einem großen Blumenstrauß schönere und weniger schöne Blumen nebeneinander blühen, so stehen auch im Dhammapada neben formschönen Versen mit großen, tiefen Gedanken manche ziemlich einfältige und sogar triviale. Die Übersetzung kann daran nichts ändern, sie ist auch nicht verantwortlich für einige schiefe Bilder, wie überhaupt zu beachten ist, daß in diesem Buch nicht freie Dichtung, sondern nur Übersetzung geboten wird, deren Inhalt und Ausdruck durch den Urtext bestimmt ist.

Das Dhammapada ist der erste Pali-Text, der in Europa veröffentlicht wurde: im Jahre 1855 gab ihn Fausböll, der verdienstvolle Bahnbrecher des Pali-Studiums, in Kopenhagen mit lateinischer Übersetzung heraus.

In den bisherigen deutschen Übersetzungen des Dhammapada finden sich viele Mißverständnisse. Sie beginnen schon mit dem Titel: Dhammapada bedeutet nicht "Pfad der Wahrheit" oder "Pfad der Lehre", sondern einfach: "Sprüche zur Buddhalehre in Versen". Mißverständlich ist es, wenn man "attá" in den Sprüchen mit "das Selbst" übersetzt; es ist hier meist nichts anderes als das Reflexivpronomen "sich" oder "er selbst", im Genitiv "sein eigener". "Citta" ist nicht das Herz oder der Geist, sondern das Denken; "piya" hat nichts mit "Liebe" zu tun, sondern bedeutet: "angenehm", "das, was man gern hat oder gern haben möchte" usw. Wenn man dies beachtet, verschwinden alle Schwierigkeiten für das Verständnis, und der Sinn der Sprüche leuchtet sofort ein.

Die Pali-Verse von 16 und mehr Silben können im Deutschen nicht gut durch Verse von derselben Silbenzahl wiedergegeben werden, weil für unser Sprachgefühl solche Verse zu lang wären, es sei denn, daß man Hexameter und Pentameter wählte. Die bisherigen Übersetzer haben die Doppelverse durch vierzeilige Strophen wiedergegeben. Dabei mußten sie oft zum Ausfüllen der Verse Worte einfügen, die im Urtext nicht stehen. Mir scheint, daß dadurch der Charakter der Verse, die im Pali kurz und einprägsam sind, verändert wird. Für solche Spruchpoesie haben wir im Deutschen gute Vorbilder im "Cherubinischen Wandersmann" des Angelus Silesius und in der "Weisheit des Brahmanen" von Friedrich Rückert; beide verwenden den aus 6 Jamben bestehenden Alexandriner, der paarweise gereimt ist. Diese Versform dürfte dem Dhammapada am besten entsprechen; darum habe ich sie für die Übersetzung gewählt, und zwar (mit einer Ausnahme) durchgängig, ohne Rücksicht auf die verschiedenen Versmaße im Urtext.

Das Buch ist erhältlich bei www.amazon.de

Yamaka - Spruch-Paare

1
Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
Kommt aus getrübtem Geist dein Wort und dein Betragen.
So folgt dir Unheil, wie dem Zugtier folgt der Wagen.
 
2
Den Dingen geht der Geist voran; der Geist entscheidet:
Entspringen reinem Geist dein Wort und deine Taten,
folgt das Glück dir nach, unfehlbar wie dein Schatten.
 
3
"Beraubt bin ich, besiegt, geschlagen und geschändet",
Solange man so denkt, wird Feindschaft nicht beendet.
 
4
"Beraubt bin ich, besiegt, geschlagen und geschändet'',
Wenn man so nicht mehr denkt, wird Feindschaft bald beendet.
 
5
Denn Feindschaft wird durch Feindschaft nimmermehr gestillt;
Versöhnlichkeit schafft Ruh' - ein Satz, der immer gilt.
 
(*6) 6
Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten;
Wer aber daran denkt, der läßt den Zorn erkalten.
(= Theragáthá 498)
 
(*7) 7
Wer nur das Schöne sieht, die Sinne nicht bewacht,
Nicht Maß beim Essen hält, durch Trägheit schwach sich macht,
Den wirft leicht Mára um, wie schwachen Baum der Wind.
 
(*8) 8
Wer auch das Schlimme sieht, die Sinne wohl bewacht,
Beim Essen mäßig ist, vertrauend stark sich macht,
Der bietet Mara Trotz, wie Felsgestein dem Wind.
 
9
Wer innen unrein ist und trägt das gelb' Gewand (*f1),
Von Zucht und Wahrheit fern, der macht dem Gelben Schand.
 
10
Wer innen sauber ist, in Sittlichkeit bewährt,
In Zucht und Wahrheit lebt, der ist des Gelben wert.
 
11
Wer Unechtes für echt, für unecht Echtes hält,
Der kommt zum Echten nie; sein Sinn ist falsch gestellt.
 
12
Wer Echt als echt erkennt und Unecht unecht find't,
Gelangt zum Echten hin, denn er ist recht gesinnt.
 
13
Wie Regen dringt ins Haus, wenn's Dach nicht gut belegt ist,
So sickert Gier ins Herz, wenn Denken nicht gepflegt ist.
 
14
Der Regen schadet nicht, wenn gut gedeckt das Haus;
Ist Denken gut gepflegt, dann bleibt Begierde aus.
 
15
Der Übeltäter seufzt hier und im nächsten Leben;
Er seufzt, weil er erkennt, wie übel war sein Streben.
 
16
Hier und auch nach dem Tod ist froh, wer Gutes tut;
Er freut sich, weil er weiß, sein Streben hier ist gut.
 
17
Der Übeltäter quält sich hier und drüben sehr;
Es quält ihn, was er tat; die Hölle quält ihn mehr.
 
18
Wer Gutes tat, der freut sich hier und drüben sehr;
Es freut ihn, was er tat; der Himmel freut ihn mehr.
 
19
Wer, ohne fromm zu sein, viel fromme Verse spricht,
Ist einem Hirten gleich, der fremdes Vieh verhandelt;
Er ist kein rechter Mönch, zu uns gehört er nicht.
 
20
Wer wenig Verse weiß, doch nach der Lehre wandelt,
Von Gier und Haß und Wahn in Weisheit frei geworden,
Nicht hier, nicht dort mehr hangt, gehört in unsern Orden.

(*f1) Das gelbe Gewand ist die Robe des Bhikkhus, des Buddhistenmönchs.

Appamáda - Ernst und Eifer

21
Unsterblich macht der Ernst; der Leichtsinn führt zum Tod.
Die Ernsten sterben nicht; Leichtsinn'ge sind wie tot.
 
22
Verständ'ge haben dies erkannt in ernstem Streben;
Mit Ernst genießen sie der Edlen Glückserleben.
 
23
Wer die Versenkung übt mit Eifer allezeit,
Erreicht Nirvana einst, die höchste Seligkeit.
 
24
Wer eifrig, achtsam, rein, in guter Tat erprobt
Und nach der Lehre lebt, der Ernste wird gelobt.
 
25
Mit Ernst und Eifer schafft der Weise, wohl gezähmt,
Für sich ein Eiland, das die Flut nicht überschwemmt.
 
(*26) 26
Unwissend Volk gibt sich dem Leichtsinn töricht hin;
Der Weise wahrt den Ernst als köstlichsten Gewinn.
 
(*27) 27
Dem Leichtsinn fröhnet nicht, an Liebeslust erfreut!
Wer ernst Versenkung übt, erlangt Glückseligkeit.
 
28
Gelang es ihm mit Ernst, den Leichtsinn zu besiegen,
So hat der Weise schon der Weisheit Turm bestiegen
Und schaut, selbst ohne Sorg', auf die besorgte Menge,
Als säh' von hohem Berg im Tal er das Gedränge.
 
29
Bei Leichtgesinnten ernst, wachsam, wo andre faul,
Der Weise schlägt sie, wie das Rennpferd schlägt den Gaul.
 
30
Durch Ernst kam Indra zu dem höchsten Götter-Adel.
Den Ernsten lobt man stets, den Leichtsinn'gen trifft Tadel
 
31
Der Ernste sieht den Leichtsinn als gefährlich an,
Die Fesseln brennt er ab und geht des Feuers Bahn (*f2).
 
32
Der ernste Mönch, der die Gefahr des Leichtsinns sah,
Ist sicher vor dem Fall und dem Nirvana nah.

 (*f2) d.h., er erlischt wie das Feuer.

Citta - Denken

 (*33) 33
Das Denken, flatterhaft, unbändig, obstinat,
Gleichwie der Schmied den Pfeil, macht es der Weise grad.
 
34
Dem auf das trockne Land geworfnen Fische gleich,
So quält das Denken sich, zu fliehn aus Máras Reich.
 
35
Das Denken schweift gern ab, man hält es schwer zurück;
Es zähmen, das ist gut; gezähmt bringt Denken Glück.
 
36
Das Denken schweift gern ab, entschwindet unserm Blick;
Der Weise hütet es; bewacht bringt Denken Glück.
 
37
Gedanken, ungreifbar, die selten stille standen,
Wer diese wohl beherrscht, löst sich aus Máras Banden.
 
38
Im Denken ohne Halt, der Lehre nicht beflissen,
Wer im Vertrauen schwankt, kommt nie zu weisen Wissen.
 
39
Im Denken nicht verwirrt und frei von Lustverlangen,
Jenseits von Gut und Schlecht - so ist die Furcht vergangen.
 
40
Der Leib zerbricht wie Ton; zur Festung Denken mache!
Mit Weisheitsschwert erschlag' den Mar und halte Wache!
 
(*41) 41
Wie bald wird dieser Leib tot liegen auf der Erd',
Bewußtlos wie aus Holz, verworfen, ohne Wert!
 
(*42) 42
Viel Schlimm'res, als ein Feind dem Feind je angetan,
Tut dem das Denken an, der's nicht beherrschen kann.
( = Udána IV,3)
 
43
So Gutes können nicht die Eltern je dir schenken,
Auch die Verwandten nicht, wie gut beherrschtes Denken.

Puppha - Blumen

44
Wer wird die Todeswelt, die Erde überwinden,
Wer wird als Blumenstrauß das Buch der Sprüche (Dhammapada) binden?
 
45
Ein Kämpfer (*f4) wird die Welt, die Erde überwinden,
Wie einen Blumenstrauß das Buch der Sprüche binden.
 
46
Als Schaum erkenn' den Leib, als Luftbild ohne Kern,
Wehr' Máras Pfeile (*f5) ab, entgeh' dem Todesherrn!
 
47
Wer, wie man Blumen pflückt, nur an Vergnügen denkt,
Den raubt der Tod, wie Flut ein schlafend Dorf ertränkt.
 
48
Wer, wie man Blumen pflückt, sich Sinnenlust verschafft,
In Lüsten niemals satt wird er dahingerafft.
 
49
Die Biene nimmt nur Saft, läßt unverletzt die Blüten;
So soll sich auch der Mönch im Dorf vor Habgier hüten.
 
50
Der andern Fehler und ihr Tun geht dich nichts an;
Betrachte, was du selbst getan und nicht getan!
 
51
Der schönen Blume gleich, die keinen Duft ausstrahlt,
Ist schön gesproch'nes Wort, das ohne Tat verhallt.
 
52
Der schönen Blume gleich, die feinen Duft verbreitet,
Ist schön gesproch'nes Wort, das gute Tat begleitet.
 
53
Wie man manch schönen Kranz aus vielen Blumen macht,
So sei der Sterbliche auf viel Verdienst bedacht.
 
54
Jasmin- und Sandelduft geht nicht dem Wind entgegen;
Doch guter Menschen Ruf verbreit't sich allerwegen.
 
55
Viel fein'rer Duft als der des Weihrauchs und des Sandels,
Des Lotus, des Jasmins ist der des reinen Wandels.
 
56
Gering nur gilt der Duft des Weihrauchs und des Sandels;
Die Götter lieben mehr den Duft des reinen Wandels.
 
57
Wer, stets in strenger Zucht, vermöge ernsten Strebens
In Weisheit sich befreit, den sucht der Mar vergebens.
 
58
Gleichwie ein Lotus, der im Kehrichthaufen sprießt,
Selbst dort noch seinen Duft, den lieblichen, ergießt,
 
59
So strahlt im Kehrichtpfuhl der blinden Menschenschar
Ein Jünger Gotamas, des voll Erwachten, klar. 

(*f4) Kämpfer = sekha; hier hat sich der Sammler der Sprüche selbst ein "Vergißmeinnicht" in den Blumenstrauß geflochten. Die Bescheidenheit verbietet ihm zwar, seinen Namen zu nennen, er deutet aber durch "sekha" an daß er den Pfad der Edlen betreten hat, jedoch noch kein "asekha", kein Heiliger, geworden ist.

(*f5) Máras Blumenpfeile sind die Versuchungen der Sinne.

Bála - Toren

 
60
Lang ist dem Wachenden die Nacht, dem Müd'n das Reisen,
Lang der Geburten Lauf den Toren, den unweisen.
 
61
Triffst du nicht Bess're oder Gleiche, geh allein
Auf deinem Weg; laß dich mit Toren niemals ein!
 
62
Mit Sorgen spricht der Tor: "Mein Geld und meine Kinder!"
"Sein" ist nicht mal er selbst, doch Kind und Geld noch minder.
 
63
Ein Tor, der sich als dumm erkennt, ist klug fürwahr;
Hält er sich selbst für klug, bleibt dumm er immerdar.
 
64
Ein Tor, der lebenslang verkehrt mit einem Weisen,
Schmeckt nichts von Wahrheit, wie der Löffel von den Speisen.
 
65
Ein Kluger, der nur kurz verkehrt mit einem Weisen
Schmeckt schnell die Wahrheit, wie die Zunge schmeckt die Speisen.
 
66
Wer, wie sein eig'ner Feind, sich selbst zu schaden sucht,
Der Tor tut böse Tat und erntet bitt're Frucht.
 
67
Nicht gut ist eine Tat, die dich zur Reue zwingt
Und die, wenn ausgereift, dir Schmerz und Tränen bringt.
 
68
Gut aber ist die Tat, die niemals du bereust,
An der, wenn ausgereift, du dich mit Recht erfreust.
 
69
Untat, die noch nicht reif, scheint Toren süß zu sein;
Doch ist sie ausgereift, bringt sie dem Toren Pein.
 
70
Ob wochenlang ein Tor sich noch so sehr kasteit;
Wer treu der Lehre folgt, der übertrifft ihn weit.
 
71
Denn Untat setzt sich nicht, wie Milch im Sommer tut;
Sie folgt dem Toren, brennt, wie unter Asche Glut.
 
72
Sobald der Tor bemerkt, daß sie ihm Unheil bringt,
Zerstört sie, was noch gut, macht, daß sein Kopf zerspringt.
 
73
Ein Mönch, der, unverdient, im Rat den ersten Rang
Und Ruhm und Ehre sucht, beim Volke Lob und Dank,
 
74
Der denkt: "Mir sollen Volk und Mönche Achtung zollen,
Gebieten will ich, was sie tun und lassen sollen",
Der Tor, wie ist er doch an Stolz und Dünkel krank!
 
75
Nirvana ist ein Ziel, ein andres Weltlichkeit.
Den Buddhamönch, der dies verstanden hat, erfreut
Kein Ruhm, er liebt allein Zurückgezogenheit.

 

Pandita - Der Weise

76
Dem Weisen folg' wie einem Mann, der Schätze findet,
Wenn er dich tadelt und dir deine Fehler kündet;
Mit einem, der dich fördert, bist du dann verbündet.
  
77
Er unterweise dich und rate dir zum Rechten!
Den Guten ist er lieb und ist verhaßt den Schlechten.
(v. 76 und 77 von Sáriputta = Theragáthá 993-994)
 
78
Zu Freunden wähle Schlechte nicht, folg' nicht Gemeinen;
Ein Guter sei dein Freund, geselle dich den Reinen!
 
79
Wer gern die Lehre hört, schläft gut und lebt beglückt.
Vom edlen Buddhawort sind Weise stets entzückt.
 
(*80) 80
Der Brunner Wasser führt, die Pfeile biegt der Schmied,
Der Zimm'rer biegt das Holz, der Weise sich erzieht.
 
(*81) 81
Wie den soliden Fels der Wind nicht bringt zum Wanken,
So wird der Weise nicht bei Lob und Tadel schwanken.
 
82
Gleichwie ein tiefer See, ganz rein und ungetrübt,
Bleibt klar der Weise, der sich in der Lehre übt.
 
83
Entsagend allem, wünscht der Weise nichts, noch klagt er;
Ob Glück, ob Unglück kommt, nicht jubelt noch verzagt er.
 
84
Wünsch' nicht für dich und andre Kinder, Geld und Macht!
Auf Tugend, Weisheit, Recht sei ohne Trug bedacht!
 
85
Der Menschen wenige gelangen über's Meer,
Die andern laufen nur am Ufer hin und her.
 
86
Doch wer der Lehre folgt, der gut erklärten, findet
Hinweg vom Todesreich, das schwer man überwindet,
 
87
Der Weise flieh' den finstern Weg und streb' zum Lichte,
Hauslos, in Einsamkeit, wo Weltlust wird zunichte,
 
88
Dort such' er höchstes Glück, abseits von Sinnlichkeit,
Besitzlos läutere er sich von Unreinheit.
 
89
Wer zum Erwachen hin sein Denken eingerichtet,
Auf rechte Art und gern auf Weltliches verzichtet,
Wer frei von Leidenschaft und jeglichem Verlangen,
Der ist schon in der Welt zum Frieden eingegangen.

Motto des Monats

"Vergessend, was vergangen ist, mich aber ausstreckend nach dem, was vor mir liegt, jage ich nach der mir bestimmten himmlischen Berufung durch den Herrn."
(Phil 3.13f - Bibel)